Die ewige Diskussion: „Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander“.
Stimmt, wenn ich nach den sehr Reichen und super Reichen schaue. Sehe ich mir die „Besser-Verdiener“ an oder den „gehobenen Mittelstand“, stimmt das schon nicht mehr!
Sollte man also große und sehr große Vermögen besteuern? Was würde das bringen?
Ich kenne zwar die konkreten Zahlen nicht, aber ich treffe einfach mal Annahmen (die echten Zahlen würden den Gedankengang nicht beeinflussen, nur die Zahlen ändern).
Nehmen wir einfach mal an: das Privatvermögen aller Milliardäre wird mit 20% besteuert. Bei den wenigen Milliardären in Deutschland kämen so vielleicht 100 Mrd. € zusammen, und zwar einmalig! Das reicht für die Staatsausgaben von ca. 10 Wochen (ohne „Sondervermögen“), dann ist diese Besteuerung weg! Bringt uns gar nichts!
Gehen wir einen Schritt weiter: Beschränkung von Privatvermögen auf zum Beispiel 500 Mio. €! Was macht ein Mensch, der diese Grenze erreicht? Er hört auf sich anzustrengen, denn: wofür denn? Er wird also nicht mehr investieren, er zieht sich vielleicht aus seiner Firma zurück, macht diese vielleicht sogar einfach zu, womit die Arbeitsplätze und die Einnahmen für Finanzamt und Sozialversicherungen wegbrechen!
Was machen die super Reichen ohne eine solche Beschränkung? Einen Wettbewerb. Beispiel: Bezos ist der reichste Mensch der Welt, hat 10 Mrd. mehr als Musk (Zahlen frei erfunden). Das lässt Musk nicht auf sich sitzen, er will Bezos überholen! Also gründet er eine neue Firma, schafft neue Arbeitsplätze, entwickelt eine neue Technologie. Auch wenn die Mitarbeiter dieser Firma schlecht bezahlt werden: sie werden bezahlt (in USA schon viel wert, da soziale Absicherung dort quasi nicht existiert). Steuereinnahmen steigen, der Konsum steigt und sichert damit weitere Arbeitsplätze. Wenn Musk den Bezos überholt hat, wird wiederum Bezos sich irgendwas einfallen lassen, um wieder Nummer eins zu werden. Ein Kreislauf, von dem auch die Allgemeinheit profitiert!
Anderer Ansatz: Umverteilung von „viel“ nach „wenig“. Zu dem Thema habe ich eine kurze Geschichte im Facebook gesehen. Ob diese auf Tatsachen beruht oder nicht, ist mir nicht bekannt, tut aber auch nichts zur Sache. Wichtig ist die mögliche Schlussfolgerung.
Diese Geschichte: Ein Lehrer macht mit seiner Klasse ein Experiment: nach jeder Prüfung erhält jeder Schüler die gleiche Note, nämlich den Durchschnitt der erzielten Ergebnisse der gesamten Klasse.
Nach der ersten Prüfung erhält jeder Schüler die Note „gut“: es gab einige Ergebnisse auf sehr gutem Niveau, aber auch einige „grottenschlechte“ Kandidaten. Was bewirkte die gemeinsame Benotung?
Die sehr guten Schüler waren frustriert: sie gaben sich keine Mühe mehr, denn: wofür denn? Die schlechten Schüler dachten sich: prima! ich krieg eine gute Note, auch wenn ich nichts kann. Sie gaben sich auch keine Mühe mehr. Bei den ganz Schlechten hat sich nichts geändert, sie blieben ganz schlecht.
Nach der zweiten Prüfung erhielten alle Schüler die Note „ausreichend“. Die Guten waren noch frustrierter. Bei allen Schülern gab es Lücken, weil sich alle zwischen den beiden Prüfungen alle zu wenig bemüht hatten.
Bei der dritten Prüfung fiel die gesamte Klasse mit „mangelhaft“ durch: die wenigen „Naturtalente“, die auch ohne Anstrengung noch befriedigende Ergebnisse lieferten, konnten den Schnitt nicht mehr retten!
Schlussfolgerung: wenn sich in einer Gesellschaft Leistung nicht mehr lohnt, wird die Leistungsbereitschaft sinken und am Ende verschwinden. Die gesamte Gesellschaft wird sich zurück entwickeln.
Beziehen wir diese Geschichte jetzt auf das Thema „Umverteilung“: zwar ist die Anzahl derer, die nichts leisten wollen und statt dessen auf die Leistung der Anderen bauen, nur gering, aber die Frustration steigt. Viele denken mittlerweile: warum soll ich 160 Stunden im Monat oder mehr arbeiten, wenn ich am Ende nur wenige Euros mehr in der Tasche habe als die, die gar nicht oder nur wenig arbeiten? Und je geringer der Unterschied zwischen Leistung und Nichtstun steigt, um so weniger werden bereit sein, Leistung zu erbringen!
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